Ein großer Schritt für die regionale Unfallversorgung
Damme. Das Krankenhaus St. Elisabeth Damme hat die Zulassung für das Verletzungsartenverfahren (VAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erhalten. "Das ist ein Meilenstein für die Unfallversorgung in unserer Region", freut sich Geschäftsführer Michael gr. Hackmann mit dem gesamten Team der Unfallchirurgie unter Leitung von Chefarzt Dr. Ralf Jürgens und allen weiteren Beteiligten.
Denn Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit, während der Berufsausübung oder in der Schule aufgrund eines Unfalls Verletzungen erlitten haben, die eine spezielle unfallmedizinische Versorgung benötigen, müssen in Krankenhäusern vorgestellt werden, die von den Verbänden der gesetzlichen Unfallversicherung vertraglich an das Verletzungsartenverfahren gebunden sind – wie jetzt das Dammer Krankenhaus.
Dieses darf nun Patienten nach schweren Arbeits-, Schul- oder Wegeunfällen rund um die Uhr hochspezialisiert und interdisziplinär versorgen und muss nicht mehr wie zuvor an andere Häuser verweisen. Um diesen hohen Standard des Verletzungsartenverfahrens zu garantieren, erfüllt das Dammer Krankenhaus die strengen personellen, apparativen und räumlichen Vorgaben der DGUV. Dazu gehören unter anderem ein rund um die Uhr einsatzbereiter Schockraum, modernste Bildgebungsverfahren direkt vor Ort sowie OP-Säle in ständiger Bereitschaft.
Zudem verfügen Chefarzt Dr. Ralf Jürgens und sein Team der Unfallchirurgie über die geforderte Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“. Hinzu kommen langjährige Erfahrungen in Kliniken mit Verletzungsartenverfahren und Schwerstverletzungsartenverfahren.
Für Dr. Jürgens ist die VAV-Zulassung "eine Bestätigung der Arbeit unseres gesamten Teams und ein großer Gewinn für die Region: Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung."
Die Auszeichnung bestätige die herausragende Qualität und Expertise des Teams. Sie bedeutet laut Dr. Jürgens für viele Betroffene eine deutlich schnellere und wohnortnahe Behandlung. "Dass wir die VAV-Zulassung erhalten haben, zeigt, dass unser Krankenhaus personell, technisch und strukturell auf höchstem Niveau arbeitet."
Was bedeutet das Verletzungsartenverfahren? Die berufsgenossenschaftliche Versorgung in Deutschland ist streng durchgestuft. Während das sogenannte Durchgangsarztverfahren (D-Arzt-Verfahren), für das das Dammer Krankenhaus bisher zugelassen war, für mittelschwere Verletzungen greift, ist das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) ausschließlich großen Kliniken der Maximalversorgung vorbehalten. Das Verletzungsartenverfahren hingegen bildet hierbei das entscheidende Bindeglied für die Behandlung schwerer Verletzungen.
Für die Menschen in der Region bedeutet die VAV-Zulassung vor allem Sicherheit. Denn nun ist das Dammer Krankenhaus offiziell berechtigt, auch schwerwiegende Verletzungen direkt vor Ort zu behandeln: Patienten nach schweren Arbeits-, Wege- oder Schulunfällen müssen somit nicht in weit entfernte Kliniken transportiert werden, sondern erhalten die spezialisierte Versorgung in direkter Nachbarschaft. „Ziel ist es, Patienten nach einem schweren Unfall nicht nur medizinisch perfekt zu versorgen, sondern sie auch schnell und sicher zurück in ihren Alltag und Beruf zu bringen“, sagt Dr. Jürgens.
Mit der Zulassung gehört das Dammer Krankenhaus zu einem ausgewählten Kreis von Kliniken in Deutschland, die diese spezialisierte Akutversorgung für jährlich rund 65.000 Schwerverletzte im Auftrag der gesetzlichen Unfallversicherungen leisten dürfen. Die Zulassung zum Verletzungsartenverfahren ist ein wichtiges Signal für die gesamte Region.
Bereits vorher mehr als 16 Jahren war das Dammer Krankenhaus schon einmal am Verletzungsartenverfahren beteiligt, verlor diese Anerkennung aber dann 2010 und bot zwischenzeitlich das sogenannte Durchgangsarztverfahren an (ambulante Erstversorgung durch Durchgangsärzte).
Die Anforderungen der Berufsgenossenschaften an das VAV sind extrem streng. Die Klinik muss bestimmte personelle, strukturelle und technische Anforderungen nachweisen. Dazu gehören unter anderem die dauerhafte Verfügbarkeit von Fachärzten verschiedener Disziplinen – insbesondere Unfallchirurgie, Neurochirurgie und Radiologie –, eine moderne Intensivmedizin sowie interdisziplinäre Behandlungsabläufe. Außerdem wird ein strukturiertes Qualitätsmanagement verlangt, das regelmäßig alles überprüft. Während einer Begehung durch Vertreter der DGUV werden alle Bereiche geprüft, die der Verletzte während seines Aufenthaltes in der Klinik durchläuft. Vom Hubschrauber-Landeplatz über die zentrale Notaufnahme bis hin zum Operationsbereich werden alle Stationen evaluiert.
"Die Beteiligung am VAV bestätigt uns einen hohen Qualitätsstandard und bedeutet gleichzeitig eine große Verantwortung", so Dr. Jürgens: "Wir müssen jederzeit sicherstellen, dass die geforderten Standards eingehalten werden und Patienten mit schweren Verletzungen sofort und umfassend versorgt werden können."
Dr. Jürgens: "Das gilt natürlich nicht nur für Patienten nach schweren Arbeits-, Schul- oder Wegeunfällen, sondern selbstverständlich für alle Patienten."
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