01.07.2019 09:49

Verbesserung von Schwerhörigkeit - moderne Möglichkeiten der Hörrehabilitation


Dr. Knut Frese erklärt anhand eines Ohrmodells operative Eingriffe bei Schwerhörigkeit.

Wer schlecht hört, fühlt sich häufig gehemmt oder sogar ausgeschlossen. Betroffene nehmen akustische Signale nur noch abgeschwächt, verändert oder teilweise gar nicht mehr wahr. Die Ursachen können vielfältig sein. Dank moderner Therapiemöglichkeiten und der hohen qualitativen Versorgung bietet das Team der HNO-Klinik des St. Marienhospitals Vechta seinen Patienten verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten an um das Gehör zu verbessern. Hierzu zählt auch das Cochlea-Implantat (bionisches Ohr) das Taube aus ihrer geräuschlosen Welt zurück ins Leben holt.

Ohrentzündungen, Lärm, ein Hörsturz, das Alter – lässt das Gehör nach, kann dies viele Ursachen haben. Eine Schwerhörigkeit beginnt meist schleichend. Oft sind es dann  Familienangehörige oder Freunde, die die Betroffenen darauf aufmerksam machen. Ein vorübergehender Hörverlust - zum Beispiel aufgrund von Hörsturz, akuter Mittelohrentzündung oder einer Durchblutungsstörung - vergeht in der Regel häufig wieder, sobald die Ursache behandelt wurde.

„Zu unserem Aufgabenfeld der Mikrochirurgie des Mittelohres gehört seit vielen Jahren auch die Versorgung mit implantierbaren oder knochenverankerten Hörgeräten“, erklärt Dr. Knut Frese, Chefarzt der Vechtaer HNO-Klinik. Chronische Mittelohrentzündungen (Loch im Trommelfell oder Knocheneiterung) werden soweit möglich mit Hilfe moderner Mittelohr-Titanprothesen hörverbessernd operiert. Steigbügeloperationen bei Verknöcherung des Steigbügels (Otosklerose) werden in der Regel mit dem modernen CO2-Laser gehörschonend durchgeführt. Allen Patienten der Klinik stehen dabei ein erst kürzlich angeschafftes elektromagnetisches intraoperatives Navigationssystem, eine  kontinuierliche Überwachung der Gesichtsnerven (Neuromonitoring) sowie moderne Hochleistungsmikroskope zur Verfügung.

Vollimplantate werden erst dann eingesetzt wenn die Sinneszellen im Hörorgan so stark geschädigt sind, dass sie nur noch wenige der Schallsignale umwandeln und weiterleiten können. So genannte Cochlea-Implantate (CI) übernehmen die Funktion der beschädigten Teile des Innenohrs (der Cochlea), um Audiosignale an das Gehirn zu übertragen - im Unterschied zu Hörgeräten, die lediglich die Lautstärke von Geräuschen erhöhen. „Die Behandlung mit einem Cochlea-Implantat kommt für Patienten infrage die unter einem hochgradigen Hörverlust bis zur völligen Taubheit auf einem oder beiden Ohren leiden“, erklärt Dr. Frese.

Bereits seit Juni 2017 bietet das St. Marienhospital Vechta den Einsatz von CI an. Neben den durchgeführten Operationen in der Vechtaer HNO-Klinik hat Dr. Frese bereits zahlreiche Behandlungen dieser Art im Zuge seiner mehrjährigen Tätigkeit am Cochlear Implant Centrum Schleswig-Kiel erfolgreich vollzogen. Die Vechtaer HNO-Klinik, die einzige Hauptabteilung im Umkreis von über 50 Kilometern, bietet das CI nicht nur für Privat- sondern auch für Kassenpatienten an.

Das Cochlea-Implantat wird unter Narkose in ein Knochenbett hinter dem ausgebohrten Warzenfortsatz, einem Teil des Schläfenknochens, eingesetzt. Die Elektrode, die später den Hörnerv stimuliert und für eine Hörwahrnehmung sorgt, positioniert der Operateur in der Hörschnecke. Patienten können die HNO-Klinik bereits in der Regel nach vier Tagen wieder verlassen. Etwa sechs Wochen nach dem Eingriff erfolgt die Erstanpassung des Implantats. „Patienten beschreiben den Klang zunächst als metallisch oder Micky-Maus-artig“, berichtet Dr. Frese. Die Fortschritte in der Hörwahrnehmung erfolgen nach und nach im Rahmen der Rehabilitation und des intensiven Hörtrainings mit Therapeuten, über Apps und Online-Programme. Der langjährig tätige Ohrchirurg vergleicht es mit dem Erlernen einer einfachen Fremdsprache. So nehmen auch Klarheit und Deutlichkeit im Hörempfinden schrittweise zu.

„Wir sind hierfür mit unserem Team aus HNO-Spezialisten, Hörakustikern und Therapeuten bestens aufgestellt und können die gesamte Kette der Behandlung am Standort Vechta anbieten“, sagt der erfahrene HNO-Facharzt. Patienten aus der Region müssen nicht mehr nach Hannover, Münster oder Oldenburg ausweichen - ein echter Gewinn.

Auch eine eigens eingerichtete CI-Sprechstunde bietet die HNO-Klinik an: montagvormittags (8.00 - 12.00 Uhr). Erforderlich ist eine Überweisung vom Hausarzt oder HNO-Arzt. Ein Austausch unter Gleichgesinnten ist zudem im Rahmen der Treffen der Selbsthilfegruppe „Ganz Ohr“ in Vechta möglich. Weiterführende Informationen erhalten Interessierte unter www.hnoklinik-vechta.de.


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