07.11.2018 11:41

Mal ehrlich: Wann wird´s im OP lebensgefährlich?

Patientenforum am 13.11.2018 um 18:00 Uhr


Patientensicherheit und Qualitätsanspruch der chirurgischen Arbeit im Bauch-OP sind das Thema des nächsten Patientenforums am St. Josef Hospital in Cloppenburg. In einem Operationssaal gehört die sichere Beherrschung von unerwarteten Situationen zur Tagesordnung. „ Insbesondere Notfall-Patienten im Bauch-OP sind zumeist komplex erkrankt, lebensbedrohlich gefährdet und bedürfen einer sofortigen medizinischen Versorgung in unterschiedlichem Ausmaß. Trotz Standardisierung ist jeder Patient im Bauch-OP dabei individuell zu behandeln“, erklärt Dr. Hempen, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josef Hospital in Cloppenburg. 

Am Dienstag, den 13.11.2018 um 18:00 Uhr wird es deshalb um die gesicherten Abläufe im Bauch-OP  gehen.  Welche Sicherheits-Maßnahmen gibt es, wo sind Check-Listen sinnvoll und wie wird eine Notfall-OP sicher überwacht? Interessierte Zuhörer erhalten an diesem Abend einen umfassenden Einblick in die Sicherheitsstrukturen im Bauch-OP. Dabei werden auch vielfältige Vergleiche zwischen Medizin und Fliegerei aufgezeigt, denn sowohl im Cockpit als auch im OP-Saal sind klare Sicherheitskriterien nötig. 

„Genau wie Piloten gehören auch Bauchchirurgen einer Hochrisiko-Berufsgruppe an. Wir tragen regelmäßig eine besondere Verantwortung und kleinste Fehler können weitreichende Folgen für unsere Patienten haben“ so Hempen. Um überhaupt den Anforderungen eines Hochleistungs-Risiko-Berufes gewachsen zu sein, müssen Chirurgen wie Piloten deshalb eine lange Ausbildungs- und Weiterbildungszeit absolvieren. Kommunikationsvermögen, Entscheidungskompetenz, Gelassenheit und psychische Stärke gehören zu den unbedingten Eigenschaften, die beiden Berufen wegen des hohen Leistungsdrucks gemein sind. „Zusätzlich brauchen Bauchchirurgen eine besondere Hilfsbereitschaft und selbstverständlich auch Empathie“, ergänzt Hempen. Das Management von komplexen Situationen im Bauch-OP muss immer wieder differenziert trainiert werden. Dabei kann die Bauchchirurgie in Sachen Sicherheitsmanagement viel von der Luftfahrt lernen. Mögen die Berufsausübungen noch so unterschiedlich sein, so sind für Piloten und Chirurgen gleichermaßen Aspekte wie Teamarbeit, die Interaktion mit Instrumenten und Technik, Zeitmanagement, Ökonomie, Leistungsdruck und nicht zuletzt auch das hohe Maß an Verantwortung unmittelbar vergleichbar. In punkto verbindliche Kommunikation, gelebte Fehlerkultur und differenziertes Sicherheitsmanagement lohnt es, von den erfolgreichen Verfahren der Fliegerei zu lernen, geeignet zu adaptierten, um sie nachfolgend modifiziert im Bauch-OP anwenden zu können“,  so Dr. Hempen. 

Für die Medizin hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb bereits im Jahr 2007 eine „Surgical Safety Checklist“ für die Patientensicherheit im Operationsbereich entworfen. Diese wurde zunächst weltweit in acht Kliniken unter Einschluss von Krankenhäusern der Primär- und Maximalversorgung evaluiert, mit dem Ergebnis, dass bei den eingeschlossenen Patienten eine signifikante Reduktion der Sterblichkeit (Letalität) von 1,5 auf 0,8 % und zudem eine signifikante Reduktion der Rate schwerer Komplikationen von 11 auf 7 % erzielt werden konnte.

„In der medizinischen Versorgung und im OP  muss stets die Patientensicherheit im Fokus stehen“, erläutert Hempen. In diesem Zusammenhang sei auch eine differenzierte Fehlerkultur, wie sie bei der Luftfahrt praktiziert werde, ebenfalls wünschenswert, denn sie sei wichtiger Bestandteil eines Risikomanagementsystems und damit ein entscheidender Faktor, das potentielle Eintreten unerwünschter Ereignisse im OP zu minimieren oder diese bestenfalls gänzlich zu verhindern.

Chirurgie und Luftfahrt vereint aber auch die Bereitschaft, lebenslang zu lernen. „Gerade die Bauchmedizin hat sich in den letzten dreißig Jahren rasant und überaus innovativ entwickelt“, erklärt Hempen. „Wir sind darauf ausgerichtet, Innovationen möglichst rasch und sicher in die OP-Praxis einzuführen nachdem wir uns mit den neuen Methoden angemessen vertraut gemacht haben“. Die generelle Bereitschaft, offen gegenüber Weiter- oder Neu-Entwicklungen zu sein, erlaubt es uns auch, erfolgreiche Systeme aus der Luftfahrt zu reflektieren und ggf. in modifizierter Form in den OP  zu transferieren“, so Dr. Hempen. 

Dr. Hempen wird an diesem Abend umfassend darüber informieren, worauf Patienten im Vorfeld einer Operation unter Sicherheitsaspekten besonders achten sollten und  welche sinnvollen Fragen dem Chirurgen vorab gestellt werden können. Im Anschluss an die Veranstaltung können Fragen an den Referenten gestellt werden. Die Veranstaltung findet im Mariensaal des St. Josefs-Hospitals Cloppenburg statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

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