06.07.2020 11:40

Glücklich auf der Station: Serbin startet in Vechta als Gesundheits- und Krankenpflegerin


Einige der Gratulanten von der unfallchirurgischen Station 6: Kirsten Hackmann, Yara Fahrenkamp, Pflegedienstleiter Christian Heitmann, Zymrite Kadriu und Regina Baier

Um den Mangel an Arbeitskräften in der Pflege entgegenzuwirken und Krankenpflegern aus dem Ausland eine Perspektive zu geben, beschreitet das St. Marienhospital neue Wege: Die junge Serbin Zymrite Kadriu hat vor wenigen Tagen in Vechta ihr Anerkennungsverfahren zur Gesundheits- und Krankenpflegerin erfolgreich mit einer Prüfung abgeschlossen und ist an ihrem neuen Arbeitsplatz auf der unfallchirurgischen Station sehr glücklich.

Die 23-jährige serbische Krankenschwester Zymrite Kadriu hat nicht lange überlegt, ob sie die Chance ergreifen soll, in Deutschland zu arbeiten. So kam sie im November 2018 zunächst für vier Tage zur Hospitation (Praktikum) in das St. Marienhospital nach Vechta. Sympathisch und bodenständig stellte sie sich vor: „Ich möchte Menschen helfen“, antwortete sie auf die Frage hin, warum sie Krankenschwester geworden ist. Nach der Kennenlernphase waren sich beide Seiten schnell einig: Die Chemie stimmte und auch fachlich erfüllte Kadriu die Voraussetzungen. Nach etwa sechs Monaten, in denen die Formalitäten geklärt wurden, stieg die junge Serbin in das Flugzeug und machte sich auf den Weg in ihre neue Zukunft. 

Besonders positiv ist Kadriu in Deutschland aufgefallen, dass die Menschen ihr Versprechen halten, sie sind zuverlässig. „In Serbien ist das ganz anders“, berichtet sie. In ihrem Heimatland ist die Grundpflege und Hygiene den Angehörigen der Patienten überlassen, die medizintechnische Ausstattung nicht so fortschrittlich und die Gehälter wesentlich geringer.

Im Vechtaer Krankenhaus gefallen ihr vor allem das Teamwork zwischen Ärzten und Pflegekräften sowie der respektvolle und lockere Umgang untereinander auf den Stationen. „Ich bin hier sehr herzlich aufgenommen worden und habe viel Hilfe erfahren“, berichtet die junge Serbin dankbar. „Wir haben Frau Kadriu bei den Behördengängen unterstützt und ihr für die erste Zeit eine möblierte Wohnung zur Verfügung gestellt“, erklärt Christian Heitmann, Pflegedienstleiter an der Vechtaer Klinik. Als die junge Frau ihre eigene Wohnung bezog startete sie bei Null: Ohne Möbel, ohne Töpfe und Geschirr. Bei der Grundausstattung kamen ihr schnell Kollegen aus dem St. Marienhospital zur Hilfe. Die Handwerker des Krankenhauses halfen ihr dann bei dem Transport der Möbel in ihre Wohnung.

„Ich fühle mich hier im Krankenhaus sehr wohl und möchte für den Schritt werben, einen  Neustart in der Pflege im Vechtaer Krankenhaus zu wagen“, so die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Auch Heitmann ist sehr froh über die mutige Entscheidung: „Wir freuen uns, Frau Kadriu in unserem Team zu haben, unsere Patienten fühlen sich bei ihr in guten Händen.“

Bereits Ende Juni folgten zwei weitere Serben in die Vechtaer Klinik, die nun mit ihrem Anerkennungsjahr starten. Kadriu hat sich bereit erklärt, als Integrationslotsin zu fungieren und  in dieser Rolle den Neuankömmlingen aus ihrer Heimat zum Beispiel bei Behördengängen sprachlich zu unterstützen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Den Blick in die Zukunft gerichtet darf sich die junge Serbin vielleicht schon bald auf ein Stück Heimatgefühl freuen: Ihre Schwester absolviert zurzeit ein Studium im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege und liebäugelt mit dem Gedanken auch nach Vechta zu kommen.

Hintergrundinformation:
Da Gesundheits- und Krankenpfleger zu den so genannten reglementierten Berufen gehören, ist eine Anerkennung ausländischer Abschlüsse erforderlich um in Deutschland arbeiten zu können. Im Rahmen des Anerkennungsverfahrens hat Zymrite Kadriu verschiedene Einsätze in der Klinik sehr erfolgreich absolviert: 500 Stunden im Bereich der ambulanten Versorgung, 84 Stunden Differenzierungsbereich Innere Medizin/ Chirurgie sowie  470 Stunden auf der Intensivstation. Die Vorgaben vom Land Niedersachsen ergeben sich entsprechend der Vorausbildung und wurden unter Einbindung der dem Krankenhaus angegliederten Gesundheits- und Krankenpflegeschule mitbegleitet.

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