25.10.2022 16:14

Gallenblasenentzündung erkennen und behandeln


Gallensteine sind eine häufige Diagnose. Mindestens 30% der Deutschen sind Gallensteinträger. Dies macht sie nicht zu Patienten, denn erst wenn Koliken oder eine Entzündung der Gallenblase auftreten, entsteht eine ernste Erkrankung.

Gallenblase und Gallensteine

Die menschliche Gallenblase ist das Behältnis für die Gallensäure. Diese wird von der Leber produziert und dient dazu, die Verdauung im Darm zu unterstützen, zum Beispiel nach einem fettreichen Essen. Allerdings können Bestandteile der Gallensäure wie Cholesterin, Salze und Lezithin die Bildung von Gallensteinen auslösen. Vor allem das Cholesterin ist hier maßgeblich beteiligt. Gallensteine werden begünstigt durch Übergewicht, Schwangerschaften oder durch erbliche Komponenten - zum Beispiel bei einer Häufung von Gallensteinleiden in einer Familie. Gallensteine können groß wie ein Hühnerei werden. Meistens liegt aber eine Größe von nur einigen Millimetern vor.

Wenn ein Gallenstein den Gallengang komplett verstopft, führt dies zum Aufstau der Gallenflüssigkeit, was mit Koliken, Gallenblasenentzündungen und oft einer gefährlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung einhergeht. Bemerkbar macht sich das zum Beispiel durch Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken-Schulter-Bereich ausstrahlen können. Gallensteine können in der Gallenblase oder im Gallengang auftreten. Diagnostiziert werden sie meistens mittels körperlicher Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen und Blutwerteuntersuchung. Gastroenterologen führen eventuell endoskopische und endosonographische Untersuchungen durch, wenn Gallensteine schon im Gallengang vermutet werden.

Die Behandlung

Die Therapie ist die komplette Entfernung der Gallenblase durch den Chirurgen, was zu 98% laparoskopisch (mit Schlüssellochtechnik) erfolgt, um einer Neubildung von Gallensteinen vorzubeugen. Der Verlust der Gallenblase ist für den Patienten kein Problem, da eine Gallenblase, die Steine enthält, nicht mehr voll funktionsfähig ist und der Patient somit schon vor der Operation funktionell ohne Gallenblase lebt. Eine operative Gallenblasenentfernung führt zur Heilung der ursächlichen Erkrankung.

Bei einer akuten Entzündung der Gallenblase soll die Operation (Gallenblasenentfernung) möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der stationären Aufnahme erfolgen. Nur wenn wichtige Gründe gegen eine Operation sprechen, kann eine akute Entzündung der Gallenlase zunächst durch Antibiotika behandelt werden, um dann nach etwa 6 Wochen die Gallenblasenentfernung durchzuführen. Die Operation dauert durchschnittlich 30 bis 45 Minuten und erfolgt unter Vollnarkose. Fast immer ist ein minimal-invasives Vorgehen mit schonender Schlüssellochtechnik möglich. Schon 2 Stunden nach der Operation darf der Patient wieder trinken und am Abend nach der Operation bekommt der Patient die erste Mahlzeit. Es gibt keine Diätvorschriften nach Entfernung der Gallenblase und auch keine Einschränkung der Lebensqualität ohne Gallenblase.

Die OP ist kein ambulanter Eingriff, wird aber weitestgehend ambulant vorbereitet. Zur Vorbereitung der Operation gehört neben der Blutuntersuchung im Labor insbesondere eine Magenspiegelung mit Darstellung des Zwölffingerdarms, um die Einmündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm zu beurteilen. In der Regel erfolgt die stationäre Aufnahme erst am Morgen des Operationstages. Der stationäre Aufenthalt beträgt 2-3 Tage, die meisten Patienten können 8-14 Tage nach dem Krankenhausaufenthalt ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Gallenblasenentfernung: Routineoperationen in den Kliniken der Schwester-Euthymia-Stiftung in Cloppenburg, Vechta, Lohne und Damme In den Krankenhäusern der Schwester-Euthymia-Stiftung ist der Eingriff Routine und es ist meistens nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig. Die minimalinvasive Operationstechnik ist Standard. Nur noch in seltenen Fällen muss auf ein offenes Verfahren zurückgegriffen werden. In allen Krankenhäusern wird die komplette Diagnostik der Gallenblase und Gallenwege angeboten. Dazu gehört zum Beispiel die Gallengangspiegelung. Diese liegt vornehmlich in der Hand der Gastroenterologen.

Dr. med. Hans-Günther Hempen, Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Viszeralchirurgie (St. Josefs-Hospital Cloppenburg)

Dr. med. Frank Fischer, Chefarzt, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie (St. Marienhospital Vechta)

Dr. med. Peter Loermann, Chefarzt, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie (St. Marienhospital Vechta, St. Franziskus-Hospital Lohne)

Gustav Peters, Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Zusatzbezeichnung: Phlebologie, Proktologie (Krankenhaus St. Elisabeth Damme)


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