05.10.2018 11:55

Ein Knopf fürs Knie: Vechtaer Chefarzt Dr. Jens Hilgenberg wendet Operationstechnik bei Knorpelschäden an


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Dr. Jens Hilgenberg zeigt die Knopfprothese am Röntgenbild eines Patienten.

Der Knorpel: Überzug über den Knochenenden, die ein Gelenk bilden. Er wirkt als Puffer, federt Stöße im Knie-, Hüft-, Ellbogen-, Sprungoder Schultergelenk ab, und sorgt für ein reibungsloses Gleiten zwischen den Knochenenden - sofern er gesund ist. Infolge zunehmender Freizeitsportaktivitäten mit höheren Belastungen der Gelenke und auch einer älter werdenden Gesellschaft leiden heutzutage jedoch immer mehr Menschen an einem Knorpelschaden. Ist dessen Oberfläche rau, verletzt oder abgenutzt, kommt es zum „Abrieb“. Die sich lösenden Knorpelfragmente können starke Schmerzen verursachen.

In der Klinik für Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie des Marienhospitals Vechta ist das Team von Chefarzt Dr. Jens Hilgenberg auf die Therapie von derlei Knorpelschäden bestens eingestellt. Kommt eine konservative Therapie nicht mehr in Betracht, nehmen die Chirurgen - je nach Größe des Defektes - beispielsweise eine Knorpelzelltransplantation mit entsprechender Schonzeit bis zur Einheilung oder den Einsatz einer Knieteil- oder Vollprothese vor.

Auf der stetigen Suche nach neuen, innovativen Operationstechniken in der Endoprothetik ist Dr. Jens Hilgenberg bereits 2017 auf eine gelenkerhaltende Versorgung kleinerer bis mittlerer Knorpelschäden aufmerksam geworden, bei der eine Miniprothese, die sogenannte Knopfprothese zum Einsatz kommt. Sie bietet gleich mehrere Vorteile, so der Chefarzt. „Durch den Einsatz dieses kleinen Implantats wird nur der beschädigte Bereich saniert. Die gesunden Teile des Gelenkes bleiben erhalten, was gerade für junge Patienten interessant ist, für die eine Vollprothese eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten würde. Der Patient ist zudem nach der Operation bereits sehr schnell wieder in der Vollbelastung. Und sollte ein Umstieg auf ein anderes Verfahren aufgrund neuer Schäden notwendig werden, so ist dies mit der Knopfprothese möglich.“

Im Mai 2017 wendete der Chefarzt das bereits seit 15 Jahren in Deutschland etablierte, aber noch nicht so bekannte Verfahren erstmals bei einem Patienten mit einem Knorpelschaden im Knie an. Im Juli folgte eine OP bei einem zweiten Patienten. „Er konnte nach kurzer Zeit wieder Treppen steigen und war nahezu schmerzfrei. Er hatte kaum Muskelkraftverlust. Und auch die Thrombosegefahr ist bei diesem Verfahren deutlich reduziert“, so Hilgenberg.

Im Rahmen der neuen Operationstechnik arbeitet Dr. Hilgenberg mit sogenannten Mini-Cap-Prothesen, die aussehen wie ein Knopf mit einem Zylinder darunter. Diese sind in unterschiedlichen Größen (15 und 20 mm Durchmesser) und Krümmungsradien verfügbar und können somit sehr genau an die individuelle Geometrie der Patienten angepasst werden. Über ein Fräsverfahren wird das aus einer Kobalt-Chrom-Legierung mit Titan beschichtete Implantat in das Gelenk eingesetzt. Dort ersetzt es den erkrankten Teil des Knorpels und schließt mit dem gesunden Bereich geradlinig ab.

„Die ersten Erfahrungen mit diesem neuen Verfahren sind sehr positiv“, sagt Dr. Hilgenberg, der bereits weitere Patienten von der Operationstechnik überzeugen konnte. Mit gleichem positivem Effekt für die Betroffenen.


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