24.04.2019 09:19

Austausch von Know-how auf Symposium für Krankenhausinfektionen


Olaf Janssen untersucht eine Oberfläche in der Nasszelle eines Patientenzimmers mit Rodac-Platten (Abdruckplatten) um einen möglichen mikrobiologischen Befall des Materials mit Keimen zu überprüfen.

Auf dem diesjährigen Symposium für Krankenhausinfektionen in Ulm referierte Olaf Janssen, Teamleiter Hygiene am St. Marienhospital Vechta, zum Thema „VRE-Ausbruch und daraus resultierende Konsequenzen für die Hygieneroutine“. Anhand eines anonymisierten Praxisbeispiels stellte er ausführlich dar, wie der in unserer Region selten auftretende Keim festgestellt wurde und welche Maßnahmen von der Vechtaer Klinik sowohl kurz- als auch langfristig veranlasst wurden. Auf diesem Wege teilte er sein Know-how mit Mitarbeitern anderer Kliniken deutschlandweit so dass diese bei möglichen gleichen oder ähnlichen Fällen gut gerüstet sind.

„Ende 2017 haben wir ein erhöhtes Aufkommen von VRE (Vancomycin Resistente Enterokokken) festgestellt“, erklärte Olaf Janssen. „Das hat uns sehr stutzig gemacht, vor allem weil dieser Keim in unserer Region bisher selten aufgetreten ist“, beschrieb er weiter. Die betroffenen Patienten wurden umgehend isoliert und mögliche Übertragungswege genau unter die Lupe genommen. Denn VRE kann auch auf andere Personen wie zum Beispiel Besucher, Mitpatienten oder Klinikpersonal übertragen werden. Eine Verbreitung ist weitgehend über die Hände, kontaminierte (verunreinigte) Gegenstände oder patientennahe Flächen möglich.

Durch Abstrichuntersuchungen sowohl im unmittelbaren (Wascharmaturen, Toilettentaster, Fliesenspiegel) als auch im entfernteren Patientenumfeld wurde VRE nachgewiesen – zum Beispiel am Tisch im Patientenzimmer, am Hebel des Desinfektionsmittelspenders und an den Armlehnen der Patientenstühle.

Die Besiedelung des Keims ist grundsätzlich nicht problematisch, denn Enterokokken sind Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier. Bei immungeschwächten Menschen können sie jedoch beispielsweise Harnwegsinfekte, Wundinfektionen oder eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen, wenn sie in eine Wunde gelangen. Diese Erreger sind mittlerweile gegen spezielle Antibiotika unempfindlich geworden  - vor allem gegen Vancomycin - daher der Name VRE.  Die Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika sind bei derartigen Infektionen deutlich eingeschränkt.

„Durch zielgerichtete Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel die Unterbrechung der Infektionskette durch erweiterte Barriere- und Desinfektionsmaßnahmen, konnten wir die Verbreitung schnell verhindern“, erklärte Janssen.


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